Probleme mit dem Gummi?
Probleme mit den Präservativen und der Erektion sind häufig genannte Gründe für ungeschützten Sex. Wenn dein Schwanz ohne Gummi steif wird, dann gibt es meistens keinen biologischen Grund, dass er es nicht auch mit werden sollte. Kurz: Dann klemmt es in der Regel im Kopf. Und dieses Problem lässt sich lösen.
Mehr dazu und weitere Tipps zum Präservativgebrauch findest du im Folgenden.
- Sobald ich ein Präservativ anziehe, ist der Ständer weg!
- Kein Präservativ zur Hand?
- Allergien
- Auf meinen Schwanz passt kein Gummi!
- Gummi geplatzt?
- Was tun nach einem Risiko? PEP!
Sobald ich ein Präservativ anziehe, ist der Ständer weg!
Mit diesem Problem bist du nicht alleine! Jeder von uns hat das schon erlebt, dass unser Lieblingsstück den Dienst verweigert; das ist völlig normal und kann mit oder ohne Pariser vorkommen. Solange du beim Wichsen allein oder beim Sex ohne Präservativ einen Steifen kriegst, ist organisch aber alles in Butter. Wenns auch dann nicht klappt, geh zum Doc und lass abklären, was die Ursache für die Erektionsstörung ist (z.B. Diabetes, tiefer Testosteronspiegel, Nebenwirkungen von Medikamenten gegen HIV usw.) und was sich machen lässt.
Wenn du wiederholt keinen Steifen kriegst oder die Erektion wieder verlierst, kann das zu einer Belastung werden: Beim nächsten Mal hast du dann nämlich vermutlich Angst davor, dass es wieder nicht hinhaut. Ein Teufelskreis, denn mit Stress und Angst im Nacken ist eine Erektion höchst unwahrscheinlich.
Hier hilft nur eines: Den Druck wegnehmen, relaxen! Sprich wenn möglich mit deinem Partner darüber und versucht es mal mit Sex, bei dem du selber keinen Steifen brauchst. Vielleicht mit zärtlichen Massagen in einer ruhigen, stressfreien Umgebung, mit Kerzen und schöner Musik? Sobald es dir gelingt, dass sich deine Gedanken beim Sex nicht nur um deine (ausbleibende) Erektion drehen, wird er wieder stehen wie vor dem Stress.
Falls du nicht alleine so weit kommst und du nicht mit Freunden darüber reden magst, hilft oftmals professionelle Beratung, z.B. bei einem Sexualtherapeuten. Der kann dir z.B. zeigen, wie du den Beckenboden trainieren kannst und damit die Erektionsfähigkeit. Anleitungen für Beckenbodentraining findest du auch im Internet (z.B. www.m-ww.de).Alkohol: Ein, zwei Gläser Wein – z.B. während einem romantischen Essen mit deinem Lover – können die Versagensangst dämpfen und dir wieder zu Erfolgserlebnissen verhelfen. Nicht übertreiben – im Vollrausch kriegst du auch keinen mehr hoch!
Cockringe (aus Kunststoff, Leder, Metall) werden meist um Schwanz und Hoden zugleich getragen und verhindern, dass das Blut aus dem Schwanz zurückfliesst. Die Erektion kann auf diese Art lange aufrechterhalten werden. Am besten eignen sich Ringe aus Kunststoff. Aber nicht übertreiben! Ein zu langer Blutstau kann die Gefässe schädigen.
Viagra & Co können auch helfen, wenns anders nicht geht. Verschreibe dir Viagra aber nie selber, sondern lass dich ärztlich beraten! Zusammen mit Poppers eingenommen, besteht die Gefahr eines tödlichen Kreislaufzusammenbruchs.
Und: Alles, was gut ist für die Fitness, fürs Herz und für den Körper, ist auch gut für deinen Schwanz!
Kein Präservativ zur Hand?
Du kannst nie wissen, was passiert: Ein Vorrat zu Hause und einer für unterwegs ist eine gute Lösung. Viele Clubs bieten gratis Präservative an; frage danach!
Allergien
Wenn du einen Präser anziehst und dein Schwanz wird krebsrot und juckt, dann scheinst du eine Allergie zu haben. Meist ist der Latex dafür verantwortlich. Für diesen Fall gibt es latexfreie Präservative aus Polyurethan (z.B. Avanti oder Ceylor).
Auch das Femidom (das Präservativ für die Frau) ist aus Polyurethan. Möglich ist auch, dass lediglich die feuchte Beschichtung die Allergie auslöst. Probiere trockene Präservative aus (nur mit Talk gepudert). Es ist aber wichtig, Allergien durch einen Arzt abklären zu lassen und die Symptome abklingen zu lassen, bevor du ein anderes Präservativ ausprobierst.
Auf meinen Schwanz passt kein Gummi!
Normalerweise sind Präservative 51 bis 54 mm breit und 170 bis 185 mm lang. Jeder Schwanz hat eine andere Grösse, also finde raus, welches bei dir am besten sitzt; Hilfe leisten kann dir dabei www.mysize.ch!
Es gibt auch X-Large- und X-Small-Kondome. Zu grosse Präservative rutschen eher ab, zu enge werden überdehnt und platzen leichter. Ein Präservativ in der richtigen Grösse lässt sich problemlos abrollen und sitzt. Kurz: Die richtige Grösse ist entscheidend für dein Wohlbefinden und die Sicherheit. Du kaufst ja auch nicht Kleider, die dir nicht passen.
Falls dir kein Präservativ weit oder gross genug ist, versuche es mit dem Femidom (Präservativ für die Frau). Das ist ein 17 cm langes Säcklein, welches eigentlich für den Sex mit einer Frau in die Scheide eingeführt wird. Man kann es aber auch für Analsex benutzen! Den inneren Ring musst du dazu entfernen. Stülpe das Femidom wie eine Socke über den Schwanz und führe es dann in den Hintern des Partners ein. Vorteile: Das Femidom ist grösser und engt nicht ein und du musst deinen Schwanz nicht sofort nach dem Abspritzen rausziehen. Nachteile: Die Verwendung ist etwas gewöhnungsbedürftig, es ist ziemlich teuer und knistert leicht beim Bumsen. Femidome bekommst du in Apotheken oder hier!
Gummi geplatzt?
Präservative versagen in aller Regel nicht «einfach so». Meist ist Kondomversagen auf Anwendungsfehler zurückzuführen:
- Verpackung mit den Zähnen oder einem scharfen Gegenstand aufgerissen;
- kaputte Verpackung (kein Luftkissen mehr);
- Kondom zuerst abgerollt, dann wie eine Socke übergezogen;
- zu grosse/zu kleine Präservative verwendet;
- falsches Gleitmittel verwendet;
- beim Zurückziehen das Präservativ hinten nicht festgehalten;
- das gleiche Präservativ mehr als einmal verwendet.
Falls das Kondomversagen bei einem Seitensprung passiert ist, solltest du deinen festen Partner informieren; auf jeden Fall musst du ihn bis zum HIV-Test nach drei Monaten durch Safer Sex schützen. Das würdest du von ihm im umgekehrten Fall doch auch erwarten, oder?
Wenn du HIV-positiv bist, ist es bei einem Kondomversagen nicht bloss eine Frage der Moral, deinen Partner sofort über deinen Status zu informieren, sondern deine rechtliche Pflicht. Nur dies ermöglicht ihm, rechtzeitig von der Möglichkeit einer PEP Gebrauch zu machen. Begleite deinen Partner wenn möglich in die Beratung.
Was tun nach einem Risiko? PEP!
In den ersten 72 Stunden nach einer Risikosituation ist eine medizinische Notfall-Massnahme möglich zur Verhinderung einer HIV-Infektion (HIV-PEP). Handle also sofort und warte nicht zu!
Wenn du eine Risikosituation erlebt hast, also ungeschützten Analverkehr (auch bei gerissenem Präservativ) oder Sperma im Mund, solltest du dich unbedingt so schnell wie möglich, spätestens innerhalb 72 Stunden, in einer der PEP-Notfalladressen der grossen Universitätsspitäler (PEP Notfallnummern) oder im Checkpoint über mögliche Schritte beraten lassen. Wenn irgendwie möglich, sollte dich dein Sexpartner dabei begleiten.
Dort wird man aufgrund deiner/eurer Situationsbeschreibung das Risiko abschätzen und eventuell eine so genannte HIV-Post Expositions-Prophylaxe (HIV-PEP oder PEP) vorschlagen. Dies ist eine vorbeugende mehrwöchige Behandlung mit Medikamenten gegen HIV, die das Risiko einer allfälligen Übertragung wahrscheinlich deutlich senkt, aber nicht 100%ig ausschliesst. Der Erfolg der PEP ist umso besser, je schneller nach der Risikosituation mit ihr begonnen wird!
Wichtig: Eine PEP ist keine «Pille danach»! Sie ist sehr mühsam, dauert mehrere Wochen, hat oft starke Nebenwirkungen und nützt nicht in jedem Fall!
